Josef Weiser
Gemeinderat der Stadt Salzburg

Red Bull: Padutsch missbraucht Gestaltungsbeirat
Nachwuchsakademie hängt weiter in der Warteschleife

11.08.2009, Josef Weiser

Für seine Blockadepolitik in Sachen Red-Bull-Nachwuchsakademie scheint Stadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) derzeit jedes Mittel recht zu sein. Nachdem der Planungsstadtrat erst in der vergangenen Woche eine Verlegung der Nachwuchsakademie auf die ursprünglich für das Spaßbad in Liefering reservierten Sportflächen aus dem Hut gezaubert hatte, tritt nun nach Vorlage des Gestaltungsbeiratsprotokolls das ganze Ausmaß der Verzögerungstaktik zu Tage.

In der letzten Sitzung des Gestaltungsbeirates Mitte Juli hatten die Vertreter von Red Bull ausdrücklich darum ersucht, das Thema Nachwuchsakademie nicht auf die Tagesordnung zu setzen. Begründet wurde dies mit einigen Überarbeitungen, die vor einer Behandlung durch den Gestaltungsbeirat noch am Projekt vorgenommen werden sollten. Im Vertrauen, dass diesem Anliegen auch entsprochen würde, blieben die Vertreter von Red Bull der Sitzung des Gestaltungsbeirates fern.

Vernichtende Kritik hinter verschlossenen Türen

Wie aber nun aus dem Protokoll des Gestaltungsbeirats ersichtlich wird, hat StR Padutsch in nichtöffentlicher Sitzung, also hinter verschlossenen Türen, den Gestaltungsbeirat trotzdem über das Projekt der Red-Bull-Nachwuchsakademie befinden lassen, ohne dem Bauwerber Red Bull bzw. den Architekten zuvor Gehör zu schenken. Wenig überraschend kommt der Gestaltungsbeirat unter Anleitung von StR Padutsch zum Schluss, dass "das Projekt nach wie vor nicht positiv beurteilt werden kann." Offenbar geht es StR Padutsch nur darum, das Red-Bull-Projekt schon im Vorfeld madig zu machen. Sonst stellt sich nämlich die Frage, warum man in einem ausgesetzten Verfahren urteilt, ohne dem "Beklagten" die Möglichkeit zu geben, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Irgendwie kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass hier der Gestaltungsbeirat als Marionette des Herrn Stadtrates herhalten muss.

Dass Stadtrat Padutsch seine "Gegner" offenbar mittels Ermüdungstaktik zermürben möchte, zeigt sich nicht nur darin, dass er einen positiven Beschluss des Gemeinderates vom Dezember 2008 konsequent ignoriert, auch im Protokoll des Gestaltungsbeirates finden sich wieder Indizien, dass sich Red Bull auf ein Marathonmatch mit Verlängerung und potenziellem "Sudden Death" einstellen muss:

"Der Gestaltungsbeirat weist noch einmal auf die unabdingbare Notwendigkeit hin, die Chancen und Potentiale, die in der Bebauung dieser einmaligen Landschaftssituation ruhen, durch ein der Wichtigkeit der Aufgabe angemessenes Verfahren – wie vorzugsweise ein (kooperatives) Gutachterverfahren – zu evaluieren."

Padutsch gefährdet wichtiges Zukunftsprojekt

Obwohl Padutsch dem Projekt der Nachwuchsakademie bereits seine grundsätzliche Zustimmung erteilt und sich bereits bis hin zu architektonischen Details auf das Projekt eingelassen hatte, wird der Gestaltungsbeirat nun unter fadenscheinigen Gründen wieder einmal instrumentalisiert, um ein wichtiges Zukunftsprojekt (vgl. auch das in der gleichen Sitzung behandelte Projekt der Firma Neue Energietechnik – N.E.T) zu verzögern und zu verschleppen. Bezeichnend sind das floskelhafte "Architektendeutsch" des Gestaltungsbeirates, der zu begründen versucht, warum dieses Projekt nie und nimmer genehmigungsfähig sein soll: "selbstgefällige, gestenhafte Anordnung", "der Ausdruck der Gebäude ist beliebig gewählt", "die aufgeständerte Begrüßungsgeste" ist inakzeptabel, das Trabrenngelände ist eine "einmalige Landschaftskammer" und so weiter und so fort.

Lieber zweites HKW Mitte als neuer Hangar 7?

Wer es bisher nicht anders gewusst hätte, der müsste glatt meinen, dass die von Red Bull geplante und ausgeführte Architektur vollkommen inferior und zweitrangig ist. Vergesst den Hangar 7! Die wirklichen Kunststücke nach dem Gusto von StR Padutsch orientieren sich vielmehr am Vorbild eines HKW Mitte.

Die ÖVP wird in dieser Sache ganz sicher nicht locker lassen. In einem der ersten Planungsausschüsse nach der Sommerpause werden wir von Padutsch einen umfassenden Bericht einfordern und einmahnen, dass er den gefassten Beschlüssen endlich Rechnung zu tragen hat!


Letzte Artikel und Beiträge

16.11.2011 | Junge ÖVP setzt sich durch: Generationen-Scan beschlossen!

Österreich: Konzept für Generationengerechtigkeit und mehr Nachhaltigkeit in der Politik

29.09.2011 | 10.600 € Förderungen fließen an den Wassersport

Schwimmunion und Paris Lodron Wasserball machen aus Salzburgern und Salzburgerinnen Wasserratten.

15.09.2011 | Gut investiert: Sportvereine erhalten Subventionen

Nur der unermüdliche Einsatz vieler ehrenamtlicher Mitglieder hält den Betrieb am Laufen – Unsere Jugend profitiert davon!

21.06.2011 | SPÖ Beachparty: Stadt sponsert Parteiveranstaltung

"Mäzen" Stadt Salzburg auf Internet-Plakat mit JUSOS. Zahlungen für Parteipartys? Das kann und darf es auch in Zukunft nicht geben!

15.04.2011 | Keine Wohnungsnot in Salzburg, Herr Panosch?

Vom Penthouse aus sieht man halt keine Wohnungsnot. Das zuständige Regierungsmitglied Panosch leidet unter sozialer Teilleistungsschwäche!

14.04.2011 | MOVIDA 2011 im Kulturausschuss: Transparenz verlangt!

In der heutigen Sitzung des Kulturausschusses wurde ich bei der Vergabe von Subventionen für MOVIDA vorläufig die Notbremse gezogen.

02.03.2011 | JVP für langfristige Absicherung der Frauenhäuser!

Wenn heute im Salzburger Landtag die Zukunft der Frauenhäuser auf der Tagesordnung steht, muss es von Seiten der Politik ein klares Bekenntnis für die Frauenhäuser in Stadt und Land Salzburg geben, die großartige Arbeit für Frauen in sehr schwierigen Lebenslagen leisten.

17.09.2010 | Junges Wohnen – Raus aus dem Nest! Rein ins Leben!

Die Junge Volkspartei in der Stadt Salzburg setzt Prioritäten für junges und leistbares Wohnen.

03.06.2010 | Rif: Sanierungsbedarf seit Herbst bekannt

Brenner muss jetzt rasch handeln! Ein Tragluftdach auf dem Stadtbad ist ein rechtlich unrealisierbares Luftschloss!

27.05.2010 | Nachmittagsbetreuung kommt in Bewegung

Immer mehr Sportkurse an ganztägigen Schulen in der Stadt Salzburg. Das Angebot reicht von Eislaufen bis Klettern und Boxen

06.05.2010 | Stadt brennt wie ein Luster, Jugend zahlt Rechnung

Teurer Donnerstag: 1,7 Mio. € für Kultur, 5%-Solidarbeitrag abgelehnt – Dramatische finanzielle Lage: Heutige Resolution im Stadtsenat an Bundesregierung

08.04.2010 | Nur eine Sporthauptschule für ganz Salzburg

Sportschwerpunkt in HS Taxham ab 2010/11 – Desinteresse des Bürgermeisters für die Gesundheit der Kinder ist Armutszeugnis für Stadt Salzburg

08.03.2010 | Junge ÖVP fordert Frauenpolitik 365 Tage im Jahr

Weltfrauentag: JVP Stadt Salzburg unterbreitet Landeshauptfrau Burgstaller Resolution zu aktuellen Frauenfragen

19.02.2010 | Trainingsbetrieb für 2000 Kinder in Gefahr

SPÖ und Bürgerliste strichen wegen ÖVP-Nein zum Budget 2010 die Jugendsportförderung – Projekt von 13 Fußballvereinen auf der Kippe...

28.01.2010 | ÖH Salzburg missbraucht Studentengelder und zahlt Zugtickets für Privatvergnügen

Junge ÖVP Salzburg (JVP) ortet nächsten Finanzskandal der ÖH Salzburg...

25.11.2009 | Skater@Action Süd bleibt Baustelle!

Zusagen an Jugend und Anrainer nicht eingehalten...

28.09.2009 | Fünf Übergangswohnungen für Frauen in No

Langjährige ÖVP-Forderung steht kurz vor der Verwirklichung. Es geht darum, Existenz nachhaltig sichern.

11.08.2009 | Red Bull: Padutsch missbraucht Gestaltungsbeirat

Die Sport-Nachwuchsakademie hängt weiter in der Warteschleife...

23.07.2009 | Wohnungen für Frauen in Not

Sommerfest im Dienste der guten Sache - damit Frauen in Ausnahmesituationen ihr Leben in Ruhe wieder in den Griff bekommen können...

03.07.2009 | Parteipolitik hat auf Jugendfestival nichts verloren

Stadt subventioniert Jugendfest "Movida" mit 30.000 Euro – SPÖ-Brenner "unterrichtet" Jugendliche zum Thema Politik

20.04.2009 | Qualität in die Bildung statt mehr teure Kosmetik
JVP, MKV und Schülerunion fordern kleinere Klassen, mehr Lehrern und Mitgestaltung...